DUSK
Ballett von Nanine Linning

DUSK
Tanzstück von Nanine Linning
Mit Musik von Gustav Mahler, John Adams & Arvo Pärt
Premiere: 29.03.2025
DUSK - »Dämmerung« ist der Titel von Nanine Linnings neuem Ballett in Halle. Ein vielschichtiger Begriff. Eine Metapher. Der Übergang vom Tag zur Nacht bzw. von der Nacht zum Tag ein ewiger Kreislauf von Ende und Neubeginn. Von Leben und Tod.
»DUSK« ist anders als Nanine Linnings bisherige Arbeiten. Es ist eine sehr persönliche Auseinandersetzung mit dem Abschied von einem geliebten Menschen.
»DUSK« vollzieht eine raumkörperliche Übersetzung der existentiellen Vorstellungen über Leben und Tod. Dabei bedeutet Abschied nicht allein ein Prozess der Trauer, sondern auch ein Erleben von Lebenslust.
Auf einer sinnlichen Ebene wird mit den Körpern der Tänzer, dem Raum, den Kostümen, dem Licht und der Musik eine Gesamtkomposition geschaffen, die sich in einem dreiteiligen Spannungsbogen entfaltet.
Die Bühne wirkt wie eine Matroschka-Puppe. Im Verlauf des Stücks werden verschiedene Ebenen aufgedeckt und schichtweise abgetragen. Auf diese Weise wird der Lebensweg des Menschen als kontinuierlicher Übergang beschrieben.
In besonderer Weise verbindet sich Tanz mit der Musik von John Adams, Arvo Pärt und Gustav Mahler. Im ersten Teil das pulsierende Leben als beständig erscheinende Realität voll Dynamik und Lebenslust zu den Klängen von »Shaker Loops«. Im zweiten Teil der Moment der Realisation der eigenen Position zu den getrageneren dramatischen Klängen von Arvo Pärts »Con Sublimatá« aus der 4. Sinfonie. Beständigkeit gerät in Auflösung. Die Realität erscheint brüchig, relational und endlich. Im dritten Teil schließlich das Verschwinden als allmächtigem Abschied vom Bisherigen zum überwältigenden »Adagio« aus Gustav Mahlers 9. Sinfonie. Halten und Loslassen im Spannungsfeld von Verbleiben und Verlassen.
Choreografisch verwandelt sich das Stück von einem energievollen 1. Teil, der zu großen Teilen in der Gruppe als Gemeinschaftskörper getanzt wird, in ein durch Solos eingeleitetes Wahrnehmen der eigenen Individualität im 2. Teil. Ruhige Gänge, eine gegenseitige Aktivierung durch Berührung und ein besonderes Gefühl für die Musikalität der Bewegungen entwickelt sich im Fortlauf. In einer wiederkehrenden Dynamik wird gegen das Geworfen-Werden des Seins angekämpft. Im 3. Teil setzt schließlich eine Ruhe ein. Von der Dynamik aus den vorangegangenen Teilen ist kaum noch etwas zu spüren. Die individuelle Form des Solos wird abgelöst durch Duette, Trios und Quartette. In fließenden Bewegungen nähern sich die Tänzer gezeitengleich einander an, halten und lösen sich, um schlussendlich in die Ewigkeit zu gehen.
Hinzu kommen die Kostüme der Designerin Irina Shaposhnikova. Im Zentrum des Designs steht eine jeweilige besondere Materialität, die die Reise des Menschen in Verbindung mit dem Licht von Ingo Jooß als ein allmähliches Verschwinden sinnlich transferiert. Ein Prozess der Reduktion, der mit der sich verdichtenden Choreografie eine Einheit bildet.
Wer schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf »DUSK« haben möchte, sollte sich ein Ticket für die Kostprobe sichern und in die Playlist zum Stück reinhören!
Besetzung
-
Konzept, Choreografie & Bühne
Nanine Linning
-
Einstudierung
Sylva Šafková
-
Kostümbild
Irina Shaposhnikova
- Dramaturgie
- mit