Buddenbrooks

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von Thomas Mann in einer Bearbeitung von John von Düffel

Nächste Vorstellungen am 11. und 12. April, jeweils um 20.30 Uhr im Puppentheater.

Ende des 19. Jahrhunderts schrieb Thomas Mann „Die Buddenbrooks" und untertitelte den Roman „Verfall einer Familie". Dieses grandiose Gemälde, dieser großbürgerliche Generationenroman, hat unsere Vorstellung von Bürgerlichkeit, von Familie, von Epochen und Dynastien und deren unabänderlichem Niedergang mindestens so geprägt wie Goethes Werther unser Bild von Jugend und Selbstfindung. Erzählt wird die Geschichte einer Kaufmannsfamilie über vier Generationen. John von Düffels Dramatisierung stellt die Generation der Enkel in den Mittelpunkt.

In den drei Geschwistern Thomas, Christian und Tony Buddenbrook manifestieren sich drei miteinander kämpfende Lebenshaltungen, drei Versuche, mit dem ererbten Vermächtnis und einer sich verändernden Welt umzugehen. Sie nehmen den Kampf auf und scheitern alle drei an der Realität, ihren Ansprüchen, sich selbst. Thomas versucht, der Verantwortung gerecht zu werden, den Platz seines Vaters einzunehmen, und muß bemerken, daß er doch schon ein anderer ist als sein Vater. Christian, den Verweigerer, der versucht, der Familie und den Traditionen zu entkommen, verläßt schnell der Mut. Er schafft es nicht, sein Leben wirklich zu gestalten. Und auch Tony, die anfangs unbekümmert Lebenslustige, scheitert nach zwei unglücklichen Ehen an ihren eigenen Ansprüchen, und flüchtet sich in vornehme Attitüde.

In geradezu erschreckender Klarheit werden die Fragen unserer heutigen, sich auf westlich-bürgerlichen Werten gründenden Existenz gestellt. Was sind unsere Vorstellungen vom Leben? Haben wir ein Erbe zu bewahren? Wie gehen wir damit um? Haben wir Angst, alles zu verlieren, was die Generationen vor uns erkämpft haben? Fühlen wir uns der globalisierten Welt noch gewachsen? Haben wir überhaupt eine Chance, unser Leben selbst zu gestalten, oder sind wir nur „Glieder in einer Kette", und dazu da, den Gesetzmäßigkeiten des Schicksals wissend zu folgen? Wo verändern wir uns, und wo bleiben wir die, die unsere Vorfahren gewesen sind?

Regie: Moritz Sostmann | Bühne und Kostüme: Klemens Kühn | Puppen: Hagen Tilp |
Mit: Steffi König/ Kerstin Daley-Baradel, Katharina KummerNils Dreschke, Ines Heinrich-Frank, Philipp Pleßmann, Lars Frank


GALERIE (Fotograf: Gert Kiermeyer)

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