Martha oder Der Markt zu Richmond |
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Langeweile und Müßiggang sind in Friedrich von Flotows Romantisch-Komischer Oper »Martha oder Der Markt zu Richmond« Ausgangspunkt für ein verrücktes Experiment: Lady Harriet und ihre Freundin Nancy wollen Abenteuer erleben. Sie beschließen, ihre Dienste als Mägde auf dem Markt in Richmond anzubieten. In dieser Rolle geraten sie an die beiden Pächter Lyonel und Plumket. Obwohl die neuen Mägde, die sich Martha und Julia nennen, so ihre Probleme mit der Erfüllung ihrer täglichen häuslichen Pflichten haben, verlieben sich die beiden jungen Männer in sie. Eigentlich kein Problem, wären da nicht die Standesunterschiede ... Mitte des 19. Jahrhunderts veränderte die Industrielle Revolution in Europa die gesellschaftlichen Verhältnisse. Rollen wurden vertauscht - während das Bürgertum dank seines Kapitals an Einfluss gewann, verlor der Adel nach und nach an Bedeutung. Mit ironischer Distanz schuf Friedrich von Flotow in seiner Oper »Martha« ein Porträt dieser Zeit der Veränderungen, in denen Adelsdamen zu Dienerinnen und Pächter zu Herren wurden. Michael McCafferys stellt diesen gesellschaftlichen Umbruch in den Mittelpunkt seiner Inszenierung und wirft vor diesem Hintergrund einen Blick auf das Innenleben der Protagonisten. Bleibt am Ende die Frage, ob Lady Harriet über ihren Schatten springen und ihren Standesdünkel hinter sich lassen kann. Vor allem Flotows feinsinniger Musik, die mit eingängiger Melodik und volkstümlicher Tonsprache für sich einnimmt, verdankte das Werk 1847 bei der Uraufführung in Wien ihren großen Erfolg. Bis heute gilt »Martha« als eine der gelungensten komischen Opern des 19. Jahrhunderts. Musikalische Leitung: Kay Stromberg | Inszenierung: Michael McCaffery | Bühne und Kostüme: Alexander Weig Mit: GALERIE |


